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Saarland e.V. (BSV-Saar)

wh --- 04.11.2012

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Aktuelle PatientenInfos

Brokkoli schlägt Karotte

Grauer Star

Gentherapie

Augenreizung

Sehen im Alter

Beratungsdienst BLICKPUNKT AUGE

Hoffnung beim Usher-Syndrom

Neue Kostenregelung bei Linseneinsatz

Seelische Belastungen und Augen

RP-Implantate

Legasthenie

Glaukom

 

Aktuelles 04.11.2012: Brokkoli schlägt Karotte

Grünkohl beugt Makula-Degeneration vor.

Grünkohl ist besonders gut für den Erhalt der Sehkraft, haben Jenaer Forscher herausgefunden. Er kann helfen, einer altersbedingten Makula-Degeneration (AMD) vorzubeugen und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Das liegt vor allem am Lutein und Zeaxanthin, die in dieser Gemüsesorte reichlich enthalten sind. Aus den gleichen Stoffen besteht auch die menschliche Makula. "Die Makula, auch gelber Fleck genannt, ist die telle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut. Sie ist nur 1,5 Millimeter groß und hat einen hohen Anteil an Makula-Pigment", erklärt Jens Dawczynski, Vize-Direktor an der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig und ehemals Oberarzt in der Jenaer Augenklinik.

Grünkohl und Brokkoli schlagen die Karotte

War man früher davon ausgegangen, dass das Makula-Pigment aus Betakarotin besteht, welches in einer großen Menge in Karotten enthalten ist, wisse man heute, dass der gelbe Fleck vor allem Lutein und Zeaxanthin enthalte. Und diese kommen in größeren Mengen in grünem Blattgemüse vor. "Grünkohl, Spinat und Brokkoli sind die drei luteinreichsten Lebensmittel, aber auch in Rucola oder Weißkohl ist es enthalten", sagt Dawczynski. "Lutein und Zeaxanthin sind Abkömmlinge von Beta-Carotin. Deshalb stimmt es durchaus, dass Möhren gut für die Augen sind", erklärt er weiter.

Täglich 150 Gramm grünes Gemüse.

Fünf Milligramm Lutein sollte ein Erwachsener laut Dawczynski täglich zu sich nehmen, Patienten mit Makula-Veränderung benötigen etwa 10 Milligramm am Tag. "Das erreicht man beispielsweise, indem man 100 bis 150 Gramm Grünkohl, Spinat oder Brokkoli isst", sagt der Experte. Zum Vergleich: Um das gleiche Ergebnis mit Möhren zu erzielen, müsste eine Person demnach mehr als ein Kilogramm pro Tag essen. "Auch mit Orangen ließe sich der Wert erreichen, aber dann müsste man ungefähr 30 Orangen pro Tag zu sich nehmen", erklärt der Wissenschaftler.

Auch Fisch stärkt die Augen.

Doch nicht nur Gemüse stärkt die Sehkraft. Generell hilft eine gesunde Ernährung die Augen gesund zu halten. Das Essverhalten ist fürs Auge auch deshalb bedeutend, weil der Körper die Stoffe, die er benötigt, um die Makula immer wieder neu aufzubauen, nicht selbst bilden kann, sondern über die Nahrung zu sich nehmen muss - neben Lutein und Zeaxanthin auch Omega-3-Fettsäuren, welche die Netzhaut schützen. "Sie sind vor allem in Seefisch, zum Beispiel in Hering oder Lachs, vorhanden", sagt Dawczynski.

Jeder Fünfte ab 65 Jahren an AMD betroffen.

Die Augengesundheit gelte es ein Leben lang zu pflegen. ältere Menschen jenseits des 50. Lebensjahres leiden häufig an einer Makula-Degeneration - etwa jeder Fünfte ab 65 und jeder Dritte über 80 ist betroffen. Bei den Erkrankten bildet sich in der Mitte des Sehfeldes ein grauer Fleck. Linien erscheinen unscharf. Mehrere Studien ergaben, dass der Verlauf der AMD mit richtiger Ernährung verlangsamt werden kann. Beispiel Omega-3-Fettsäuren: "In den USA ist 2011 erstmalig gezeigt worden, dass Menschen, die jahrzehntelang sehr viel Fisch konsumieren, ein wesentlich erniedrigtes Risiko haben für die Entwicklung einer Makula-Degeneration", sagt AMD-Experte Dawczynski.

Genetische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle.

Allerdings dürfe der Einfluss der Ernährung auf die Augengesundheit auch nicht überschätzt werden, erklären sowohl Dawczynski als auch Holz. "Ernährung ist nicht die alleinige Stellschraube, sie schützt nicht vor allen Augenleiden. Bei der Makula-Degeneration spielen beispielsweise genetische Faktoren eine wesentliche Rolle", sagt Frank Holz. Es gebe Augenerkrankungen, die weitgehend unabhängig vom Ernährungsverhalten auftreten, zum Beispiel Grüner Star (Glaukom).

Rauchen erhöht das Risiko.

Wer die Erhaltung seiner Sehkraft fördern will, kann dies im übrigen nicht nur durch ausgewogene Ernährung tun: "Entspannungsphasen sind wichtig; die Augen immer wieder bewusst in die Ferne schweifen lassen - gerade bei viel Bildschirmarbeit", rät Dawczynski. Schlecht für die Augen seien Rauchen und übergewicht. "Das Risiko für eine Makula-Degeneration ist bei starken Rauchern dreifach höher", verdeutlicht er.

 

Aktuelles 26.10.2012: Grauer Star weg? Brille weg?

Der Ersatz der getrübten Augenlinse durch ein Kunststoffimplantat schafft in nur kurzer Zeit wieder klare Sicht. "Mit modernen Operationstechniken kann bei dem Eingriff mitunter sogar eine zuvor bestehende Fehlsichtigkeit ausgeglichen werden", sagt Dr. med. Kaweh Schayan-Araghi vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands.

Etwa 650.000 Mal pro Jahr ersetzen Augenärzte die trübe gewordene Augenlinse durch ein Kunststoffimplantat. Damit ist die Kataraktoperation die häufigste Operation überhaupt in Deutschland. Mit hochmodernen Operationsmethoden und ausgereiften Implantaten wird nicht nur die Sicherheit des Eingriffs, der in den allermeisten Fällen ambulant ausgeführt werden kann, immer höher. Die so genannten Intraokularlinsen schaffen auch die Voraussetzung für eine sehr gute Sehqualität bis ins hohe Alter. Je nach individueller Ausgangslage und individuellem Anspruch wählen Augenarzt und Patient gemeinsam aus einer Vielzahl vorhandener Linsentypen aus. "Wichtig sind gründliche Voruntersuchungen, etwa um auszuschließen, dass noch weitere Augenkrankheiten vorliegen, und eine sorgfältige Beratung", betont der Augenarzt Schayan-Araghi.

Welche Linsen gibt es?

Vorteil für Patienten mit Fehlsichtigkeit
Vor allem Patienten, die bereits seit vielen Jahren wegen einer Fehlsichtigkeit Brille oder Kontaktlinsen trugen, erleben mit den modernen Intraokularlinsen eine neue Sehqualität, denn sie benötigen für den Blick in die Ferne keine Brille mehr. Die Möglichkeiten, völlig von der Brille unabhängig zu werden und damit auch auf Lesehilfen verzichten zu können, werden stetig weiterentwickelt.

"Seit Januar 2012 müssen die Patienten bei dieser hochwertigen Versorgung nicht mehr die komplette Operation als privatärztliche Leistung bezahlen, sondern nur noch die Mehrkosten der Sonderlinsen und die damit verbundenen zusätzlichen ärztlichen Leistungen", erklärt Schayan-Araghi. "Damit sind die von den Patienten zu zahlenden Kosten für die Operation vergleichbar mit den Kosten einer hochwertigen Brille."

(Eine Information des Bayer. BSB)

Aktuelles 20.07.2012: Gentherapie bei Netzhauterkrankungen

Die erbliche Augenkrankheit Retinitis pigmentosa führt häufig zur Erblindung, da Sinneszellen der Netzhaut degenerieren. Eine neue Gentherapie verspricht Hoffnung: Bei Mäusen war eine deutliche Besserung langfristig nachweisbar.

In Deutschland leiden etwa 20 000 Menschen unter Retinitis pigmentosa (RP). Die Krankheit beginnt meist im Jugendalter mit Nachtblindheit. Im weiteren Krankheitsverlauf engt sich das Gesichtsfeld immer weiter ein, oft werden die Betroffenen blind. Ursache der RP ist die Degeneration der Fotorezeptoren der Netzhaut: zunächst der Stäbchen, die dem Sehen bei geringer Helligkeit dienen und anschließend der sehr lichtempfindlichen Zapfen, die für die Farbwahrnehmung notwendig sind.

Problemfall Fotorezeptor

Mutationen in über 50 Genen können die Krankheit auslösen. Für bestimmte Formen der Erkrankung existieren bereits Erfolg versprechende Ansätze für Gentherapien. "Es gibt aber bisher keine effiziente Behandlungsmöglichkeit bei direkt betroffenen Fotorezeptoren, was die häufigsten Ursache ist", sagt der LMU-Pharmakologe Stylianos Michalakis, der nun gemeinsam mit der Biologin Regine Mühlfriedel von der Augenklinik der Universität Tübingen eine Gentherapie bei Mutationen bestimmter Ionenkanäle der Stäbchen entwickelte.

"Die sogenannten CNG-Kationenkanäle in der Plasmamembran der Stäbchen spielen eine entscheidende Rolle für die Wahrnehmung von Licht" erklärt Mühlfriedel. Aufgebaut sind die Kanäle aus vier Untereinheiten, eine davon ist das große Transmembranprotein CNGB1. Mäuse, bei denen das CNGB1-Gen deaktiviert wurde, zeigen einen ähnlichen Krankheitsverlauf wie menschliche Patienten und werden im Alter von etwa einem Jahr blind.

Therapie mit Langzeiteffekt

Durch den Einsatz sogenannter AAV-Gentransfervektoren gelang es den Wissenschaftlern, ein therapeutisches Gen in die Retina von Mäusen mit defektem CNGB1-Gen einzuschleusen - und tatsächlich konnte dadurch die Produktion von CNGB1 wieder aktiviert werden und die Stäbchen reagierten wieder auf Lichtreize. "Besonders wichtig ist, dass das Gehirn der therapierten Mäuse die neuen Informationen auch korrekt verarbeitet, was wir mit einem Sehtest nachweisen konnten", betont Michalakis.

Neben seiner Effizienz zeichnet sich der neue Ansatz auch durch seine lang anhaltende Wirkung aus: Auch ein Jahr nach Therapiebeginn war der positive Effekt im behandelten Teil der Netzhaut noch deutlich nachzuweisen. Die Ergebnisse der Münchener und Tübinger Gemeinschaftsarbeit sind daher ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Entwicklung und klinischen Anwendung einer Gentherapie degenerativer Netzhauterkrankungen auch beim Menschen.

(Quelle: Eine Mitteilung des Bayer. Blinden- und Sehbehinderten-Bundes)

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Aktuelles 28.06.2012: Augenreizung durch Umweltfaktoren

Beim Kontaktlinsenkongress des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA) stellt Dr. med. Dieter Rabensteiner, Graz, aktuelle Studienergebnisse zu diesen Themen vor.

Vor allem im Frühling und Frühsommer kennen viele Menschen die Symptome: Die Augen sind rot, sie tränen, jucken und sind verklebt. Die Lebensqualität leidet, nicht einmal nachts findet man wirklich Ruhe. Auslöser sind meist Pflanzenpollen. Auf ihre Oberflächenantigene reagieren manche Menschen allergisch. Aber nicht jede Bindehautentzündung im Frühjahr ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems, macht Rabensteiner deutlich: "Auch Nicht-Allergiker können auf Pollen mit gereizten Augen reagieren." Dafür sind vor allem Enzyme im Polleninneren verantwortlich. Rabensteiner erläutert: "Vor Kurzem haben Studien belegt, dass diese Enzyme die in der Tränenflüssigkeit enthaltenen Eiweiß- und Fettstoffe sowie Mehrfachzucker zerstören. Dadurch wird der Tränenfilm instabil. Zugleich schädigen die Pollenenzyme auch Bindehautzellen. Die Folge sind entzündliche Prozesse und trockene Stellen an der Augenoberfläche."

Für Kontaktlinsenträger ist es von großer Bedeutung, ob Pollen an der Linsenoberfläche anhaften oder ob sie beim Tragen unter die Linse gelangen können. Dann bleiben sie besonders lange auf der Augenoberfläche reizen diese besonders stark. Deshalb ist es einerseits sinnvoll, bei der Wahl des Kontaktlinsenmaterials einen Augenarzt um Rat zu fragen. Manchmal hilft aber nur, die Kontaktlinsen in der Pollensaison vorübergehend nicht zu tragen.

"Feinstaubteilchen, die eine gewisse Zeit in der Luft schweben sind in den Industrieländern seit einiger Zeit zum Problem geworden. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation kann dieser Umweltfaktor die Atemwege belasten, die Lungenfunktion von Kindern und Erwachsenen mindern und sogar die Lebenserwartung verkürzen. "Wir konnten in Studien nachweisen, dass Feinstaub, ähnlich wie Pollenkörner, einen negativen Einfluss auf die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit und auf die Vitalität der Bindehautzellen hat", sagt Rabensteiner. Feinstaub könne für die Entstehung eines Trockenen Auges mitverantwortlich sein, vor allem, wenn er gemeinsam mit UV-Licht auf das Auge einwirkt.

(Mitteilung des Bayer. Blinden- und Sehbehindertenbundes)

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Aktuelles 19.06.2012: Sehen im Alter

Dazu befragten sie 405 Personen zwischen 60 und 106 Jahren, welche Rolle eine eingeschränkte Sehfähigkeit als Sturzursache spielt und wie oft augenärztliche Untersuchungen und Behandlungen stattfinden.

Bisher ging die Statistik davon aus, dass jeder dritte ältere Mensch mindestens einmal pro Jahr stürzt. Unter den 405 Befragten war das jedoch schon bei 44 Prozent der Fall. 20 Prozent stürzten sogar zweimal oder häufiger. In Alten- und Pflegeheimen traten Stürze vergleichsweise häufiger auf.

Gerade in Verbindung mit Augenkrankheiten waren Stürze besonders häufig. Während von den Befragten ohne Augenerkrankung nur 37 Prozent im letzten Jahr stürzten, waren von den Personen mit Augenerkrankungen mehr als die Hälfte gestürzt.

56 Prozent der gestürzten Senioren gaben an, unter einer Augenerkrankung zu leiden. Am häufigsten wurden Grauer Star, Altersbedingte Makuladegeneration, Glaukom und diabetische Netzhautschäden genannt. Der Zusammenhang zwischen Augenerkrankungen und Sturzrisiko wurde damit in der Studie eindeutig bestätigt.

über 30 Prozent der Gestürzten gaben an, dass schlechtes Sehen oder damit verbundene Risiken für die Stürze verantwortlich seien. Bei knapp einem Viertel der Befragten spielten zudem Stolperschwellen eine Rolle, die oft zu Stürzen führen, wenn sie nicht erkannt werden.

Alarmierend und erstmals belegt ist der Befund: Fast jeder Vierte der Gestürzten (23 Prozent) zieht sich bei dem Sturz einen Knochenbruch zu. Sturzbedingte Frakturen gehören jedoch zu den größten Gesundheitsgefahren im Alter. Viele Senioren erholen sich nur teilweise oder gar nicht mehr von den Folgen. Allein beim Schenkelhalsbruch beispielsweise liegt die Mortalität innerhalb des ersten Jahres nach dem Sturz bei fast 25 Prozent. Das heißt, beinahe jeder Vierte stirbt an den Folgen des Sturzes. Nur jeder Zweite wird wieder gesund, ein weiteres Viertel bleibt pflegebedürftig.

Dr. Scharrer, Präsident der DOC: „Grob geschätzt gehen wir davon aus, dass etwa jeder dritte Sturz durch eine nur unzureichend oder gar nicht behandelte Augenerkrankung verursacht wird. Aus anderen Studien wissen wir beispielsweise, dass ein nicht operierter Grauer Star mit einem höheren Sturzrisiko verbunden ist. Die ärztlichen Behandlungsleitlinien empfehlen daher eine rechtzeitige Operation zur Vermeidung möglicherweise folgenschwerer Stürze.“

Der regelmäßige Besuch beim Augenarzt kann also lebensrettend sein.

Auch hier deckt die Studie bedenkliche Defizite auf. Denn 43 Prozent der befragten Senioren gaben an, dass ihre Augen nur unregelmäßig oder gar nicht vom Augenarzt untersucht werden. Besonders bei Heimbewohnern lag diese Zahl noch wesentlich höher. In diesem Zusammenhang warnt Dr. Scharrer: „Wer nur selten zum Augenarzt geht, stürzt öfter.“

Eine glatte Stufe, ein loser Teppich, ein herumliegendes Kabel und schon passiert´s: ältere Menschen stolpern leicht und stürzen schnell. Rund fünf Millionen Stürze zählt die Statistik jedes Jahr allein unter deutschen Senioren. Je älter der Patient, desto größer das Sturzrisiko.

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Aktuelles 18.06.2012: Beratungsdienst BLICKPUNKT AUGE

Die Webseite des Beratungs- und Unterstützungsangebots für Menschen mit erworbenen Sehbeeinträchtigungen umfasst zurzeit Informationen zum Projekt "Blickpunkt Auge" (BPA) und dessen Angebot, eigene Seiten für die Modellregionen Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein sowie einen Terminkalender. In Vorbereitung sind noch ein Komplex "Wissen" mit Informationen zu Augenerkrankungen, spezialisierten Augenoptikern und Psychologen/Psychotherapeuten sowie ein interner Bereich für die BPA-Beratenden.

“Blickpunkt Auge” ist ein auf fünf Jahre angelegtes Projekt des DBSV, das im Frühjahr 2010 seine Arbeit in Berlin aufgenommen hat. Es wendet sich an Menschen mit erworbenen Sehbeeinträchtigungen (Augenpatienten) und ihre Angehörigen. Im Rahmen des Projekts sollen speziell auf diesen Personenkreis ausgerichtete, ganzheitliche Beratungs- und Unterstützungsangebote entwickelt und umgesetzt werden. Das Vorhaben wird gefördert durch die Aktion Mensch und die Bert Mettmann Stiftung.

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Aktuelles 13.01.2012: Hoffnung beim Usher-Syndrom

Am Usher-Syndrom erkrankte Menschen müssen gleich auf zwei Sinne verzichten. Es gibt jedoch Forschungserfolge.

Das Usher-Syndrom ist eine erblich bedingte Erkrankung, die durch das gleichzeitige Auftreten einer Hör- und Sehbehinderung gekennzeichnet ist. Die meisten Fälle von angeborener Taub-Blindheit sind auf das Usher-Syndrom zurück zu führen. Nach Schätzungen sind in Deutschland derzeit rund 5.000 Menschen davon betroffen.

Benannt ist das Usher-Syndrom nach Charles Usher, einem englischen Augenarzt, der diese Krankheit und die Art beschrieben hat, wie sie vererbt wird. Ursache ist ein Gendefekt, der dazu führt, dass ein falsches Signal die Umwandlung von Gen-Informationen in Eiweiße, die so genannte Proteinsynthese, behindert bzw. stoppt. Die Folge ist eine Schädigung der Sinneszellen in Ohren und Augen. Die Erkrankung tritt in unterschiedlichen Formen auf. Manche Betroffene werden scheinbar gesund geboren, aber eben nur scheinbar. Denn wer am Usher-Syndrom leidet, kommt zumindest schwerhörig, schlimmstenfalls sogar taub auf die Welt.

Hilfsmittel wie Hörgeräte können helfen - Gravierende Einschränkungen

Zunächst besteht nur eine Höreinschränkung, die sich jedoch im Laufe der Jahre bis zu einer Taubheit verstärken kann. Außerdem zeigen sich bei den Betroffenen nach und nach Beeinträchtigungen des Sehvermögens, die durch eine Schädigung der Netzhaut hervorgerufen werden. Diese kann zunehmend ihre Funktion verlieren, meist von außen nach innen. Es kommt zunächst zu einer Einschränkung des Gesichtsfeldes, dann zu einem so genannten Tunnelblick. Schlimmstenfalls, wenn auch selten, droht die Erblindung.

Oft wird das Krankheitsbild erst spät erkannt. Meist wird zunächst nur die Schwerhörigkeit festgestellt. Erst wenn sich mit zunehmendem Alter auch die Sehstörungen bemerkbar machen, kommt es zu der eindeutigen Diagnose.

Die Krankheit ist bisher noch nicht heilbar. Bei Schwerhörigkeit können Hörgeräte oder eine Innenohr-Prothese helfen, die Kommunikation mit der Umwelt zu erhalten. Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz forschen aber derzeit an einem Therapieansatz. Ein Molekül soll helfen, das falsche Gen-Signal zu ignorieren und so eine weitere Proteinsynthese zu ermöglichen. Damit könnte zumindest die Erblindung verhindert werden.

(Quelle: ZDF)

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Aktuelles 20.12.2011: Bessere Kostenregelung bei Linseneinsatz

Nach einer Pressemitteilung des BDOC (Bundesverband Deutscher Ophthalmo Chirurgen e.V.) vom 15. Dezember bringt das Versorgungsstrukturgesetz ab 1. Januar 2012 für Augenärzte und ihre Patienten eine lang erwartete Verbesserung bei Kataraktoperationen.

Es gibt heute verschiedene moderne Linsentypen, die einen Zusatznutzen bieten, die jedoch nicht im Leistungskatalog der GKV enthalten sind. Da das Gesetz Zuzahlungen von Versicherten verbietet, mussten bisher Versicherte, die statt der GKV-Standardlinse eine Linse mit Zusatznutzen wollten, die komplette Operation, d.h. alle damit zusammenhängenden ärztlichen Leistungen sowie die kompletten Linsenkosten privat zahlen.
Mit dem neuen Gesetz wird den GKV-Versicherten die Entscheidung für eine Premiumlinse jetzt erleichtert: Wünschen Versicherte zukünftig eine Intraokularlinse mit Zusatznutzen, dürfen die gesetzlichen Krankenkassen den Anteil der Rechnung bezahlen, der auch bei Implantation einer Standardlinse entstanden wäre. Der Patient zahlt also nicht mehr den Gesamtbetrag, sondern nur noch die Mehrkosten für den ärztlichen Mehraufwand und die Linsenkosten für die Implantation der Premiumlinse.

Eine ähnliche Mehrkostenregelung gibt es bereits seit einigen Jahren beim Zahnersatz, so der BDOC. Jetzt werde den gesetzlich Versicherten auch in der Augenheilkunde die Teilhabe am medizintechnischen Fortschritt ohne finanzielle Diskriminierung ermöglicht. Welche Kosten die Krankenkassen dabei übernehmen müssen, muss nun der Bewertungsausschuss entscheiden. Dabei schreibt das Gesetz ausdrücklich vor, dass die zusätzlichen ärztlichen Leistungen, die auf Grund der Ausübung des Wahlrechts durch die Versicherten notwendig werden, nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden dürfen. Gleichwohl stellt die Neuregelung für Patienten eine deutliche finanzielle Besserstellung dar.

Der BDOC begrüßt diese patientenfreundliche Mehrkostenregelung und sieht sich als Vorreiter. Er hat bereits Premiumlinsen-Verträge mit Krankenkassen geschlossen, die der jetzigen Lösung möglicherweise den Weg bereitet haben. Die Neuregelung bestärkt den BDOC darin, mit innovativen Vertragsmodellen in der Augenchirurgie weiter voran zu gehen.

(Aus einer Mitteilung des bayer. Blinden- und Sehbehindertenbundes e.V. - BBSB)

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Aktuelles 10.11.2011: SEELISCHE BELASTUNGEN UND AUGENKRANKHEITEN

Seelische Belastungen können Augenerkrankungen verstärken oder auslösen. Die Angst vor Sehverlust wiederum verursacht körperlichen Stress und kann den Betroffenen aus dem seelischen Gleichgewicht bringen.
Wenn psychische Probleme am Krankheitsgeschehen beteiligt sind, wird der Augenarzt zum Mittler zwischen Patient, Krankheit und oft auch anderen Therapeuten, etwa Psychotherapeuten.

Alltägliche Redewendungen legen den Zusammenhang von Seele und Sehkraft nahe: Jemand "sieht schwarz", "aus den Augen, aus dem Sinn", andere wiederum sind "blind vor Wut." Tatsächlich spielen auch bei Augenkrankheiten psychische Faktoren häufig eine Rolle.
"Wenn körperliche Beschwerden in erheblichem Ausmaß durch seelische Ursachen bedingt sind, spricht man von psychosomatischer Krankheit", erklärt Dr. med. Gabriele Emmerich, Sprecherin des Ressorts "Psychosomatik in der Augenheilkunde" im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands.
Zu diesen Augenerkrankungen gehören unter anderem bei einem Teil der Patienten das Trockene Auge, das Glaukom (Grüner Star), der Lidkrampf (Blepharospasmus), Tics wie zwanghaftes Blinzeln und ebenso chronische Augenerkrankungen.

Die Angst vor Sehverlust verändert unsere Lebensbalance. Diese Lebensbalance besteht aus einem Erleben zwischen Familie und Beruf, Körper und einer Zukunftsplanung. Familiäre Konflikte und beruflicher Stress können das vegetative Nervensystem beeinflussen und so die Krankheit verschlimmern.

Bei stressbedingten Erkrankungen können Entspannungstechniken die Behandlung ergänzen.

Bei Verdacht auf eine psychosomatische Erkrankung wird der Augenarzt den Patienten deshalb auch nach seiner Lebensbalance befragen: körperliche Anamnese, Situation in Familie und Beruf sowie Lebenssinn und Zukunftsplanung. Er hilft dem Patienten, seine Krankheit besser zu verstehen, so dass der Patient aktiv bei der Behandlung mitarbeiten kann. Der Augenarzt kann zudem Hinweise geben, welche Therapien eventuell helfen können.
"Autogenes Training oder Muskelrelaxation nach Jacobson sind oft eine sinnvolle Ergänzung zur Behandlung stressbedingter körperlicher Erkrankungen", nennt Dr. Emmerich ein Beispiel.

Angst vor dem Sehverlust

Wenn Patienten an einer chronischen Augenerkrankung wie Glaukom, diabetischer Retinopathie oder Altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) leiden, die das Sehvermögen bedrohen, dann kann alleine die Angst vor dem Sehverlust den Patienten aus dem Gleichgewicht bringen. Auch dann wird der Augenarzt zum Vermittler zwischen Patient und Krankheit.
Neben der augenmedizinischen Behandlung spielt die Beratung und das therapeutische Gespräch hier eine besondere Rolle.

(Mitgeteilt vom Bayer. BSB)

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Aktuelles 04.11.2011: Implantate für RP-Patienten

In Deutschland leiden rund 30.000 bis 40.000 Menschen an der erblichen Netzhauterkrankung Retinitis Pigmentosa (RP). Bei einem Symposium informierte Pro Retina e.V. über Chancen und Risiken von Netzhautimplantaten.
Im Krankheitsverlauf engt sich das Gesichtsfeld immer weiter ein, und es entsteht zunehmend eine Art "Tunnelblick". Oft steht am Ende die völlige Erblindung. Denn eine Heilung ist bislang nicht möglich. Hoffnung macht hier jetzt eine neue künstliche Netzhaut. Erstmals ist in Deutschland eine kommerziell erhältliche Retinaprothese für Patienten mit Netzhautdegenerationen wie die RP verfügbar.
Am 24. Oktober informierte die PRO RETINA Deutschland e. V. - Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegenerationen - im Filmhaus des Museums Ludwig in Köln in einem Patientensymposium über die Chancen und Risiken der künstlichen Netzhaut.

Beeindruckende Ergebnisse

Die in Deutschland neu eingeführte Prothese Argus II ist ein implantierbares Gerät der zweiten Generation der Firma Second Sight Medical Products, Inc. aus den USA. In klinischen Vor-Studien in den USA und Europa zeigten sich bei blinden Patienten beeindruckende Verbesserungen der Sehfunktion. So konnten sie zum Beispiel Objekte und teilweise sogar Buchstaben wieder erkennen und ihre Orientierungs- und Mobilitätsfähigkeit verbesserte sich. Bei dem Implantat handelt es sich um eine Prothese, die operativ in das Auge eingesetzt wird und aus einer Antenne, einem Computerchipgehäuse und einer Elektrodenmatrix besteht.
Das System wandelt Videobilder, die über eine Miniatur-Videokamera in der Brille des Patienten aufgenommen werden, in eine Serie von elektrischen Impulsen um, die drahtlos an die Elektrodenmatrix auf der Oberfläche der Retina (epiretinal) übermittelt werden. Die verbleibenden Zellen der Netzhaut werden durch die Impulse stimuliert, und dadurch werden entsprechende Lichtmuster vom Gehirn wahrgenommen. Die Patienten lernen anschließend, die visuellen Muster zu interpretieren, und erlangen so einen gewissen Grad an funktioneller Sehfähigkeit.

Argus II ist für die Verwendung im Europäischen Wirtschaftsraum (CE-Kennzeichnung) zugelassen. Die ersten Zentren in Deutschland, in denen Argus II angeboten wird, sind die Uniklinik Köln und das Klinikum rechts der Isar in München. Für die Patienten ist die Implantation kostenlos, da die Operation im Rahmen des NUB-Verfahrens von Krankenkassen übernommen wird.
NUB steht für Neue Untersuchungs- und Behandlungsverfahren und regelt die Einführung medizintechnologischer Innovationen.

Bislang gab es keine wirkungsvolle Therapie der Retinitis Pigmentosa. "Wir freuen uns sehr, dass wir mit Argus II unseren Patienten jetzt eine in klinischen Studien bewährte Therapiemöglichkeit anbieten können", wird Prof. Dr. Bernd Kirchhof, Direktor der Abteilung für Netzhaut- und Glaskörperchirurgie am Zentrum für Augenheilkunde der Uniklinik Köln zitiert. "Für mich als Augenarzt und Chirurg ist es sehr aufregend, an der Spitze der Anwendung neuer, bahnbrechender Therapien dabei zu sein."

Implant-Projekte in Deutschland

Auch in Deutschland werden derzeit verschiedene Ansätze zu Netzhautimplantaten entwickelt. Sie unterscheiden sich vor allem durch die Positionierung des Implantats an der Netzhaut:
In dem sogenannten epiretinalen Verfahren, das auch bei Argus II zum Einsatz kommt, befindet sich das Implantat auf der Oberfläche der Netzhaut. Die durch eine Videokamera in der Brille aufgenommenen Bilder werden in einen Code umgerechnet, die an das Implantat übermittelt werden.
Bei dem subretinalen Verfahren wird dagegen ein Chip unterhalb der Netzhaut eingesetzt. Er kommt also genau an der Stelle der Netzhaut zum Einsatz, an der sich bei gesunden Menschen die lichtempfindlichen Sinneszellen befinden. Somit wird das natürliche Informationsverarbeitungsnetzwerk der Netzhaut genutzt.
Das epiretinale Verfahren wird verfolgt von einem Team um Prof. Dr. Peter Walter von der Universitäts-Augenklinik Aachen und von der Firma IMI Intelligent Medical Implants GmbH in Bonn. Das subretinale Projekt wird von der Universitäts-Augenklinik Tübingen und der Retina Implant AG unter der Leitung von Prof. Dr. Eberhart Zrenner entwickelt.

PRO RETINA hat die Entwicklung der Retina-Implant-Projekte seit Mitte der 90er Jahre unterstützt.

(Quelle: Pressemitteilung der Pro Retina Deutschland vom 25. Oktober 2011)

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Aktuelles 30.09.2011: SEHSCHWÄCHE ODER LEGASTHENIE

Nicht jede Lese-Rechtschreib- Schwäche ist eine echte Legasthenie. Manchmal liegt die Ursache in einer Sehstörung. Eine Brille kann dann häufig helfen. Im Vorfeld ihres Kongresses riet die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) deshalb beim Verdacht auf eine Lese-Rechtschreib-Schwäche stets zu einer augenärztlichen Untersuchung.

Gleichzeitig warnt die Fachgesellschaft vor wissenschaftlich nicht fundierten Therapien wie der Verordnung von Prismengläsern oder Brillen mit Farbfiltern.

"Eine scharfe Abbildung des Textes auf der Netzhaut ist eine wichtige Voraussetzung für das Erlernen von Lesen und Rechtschreiben", erläutert Professor Dr. med. Susanne Trauzettel-Klosinski, die an der Universitäts-Augenklinik Tübingen eine Spezialambulanz für Sehbehinderte leitet. Eine Kurz-oder Weitsichtigkeit, ein gestörtes beidäugiges Sehen und eine verminderte Naheinstellungsfähigkeit der Augenlinsen können eine Leseschwäche auslösen oder verstärken.
"Die Lösung ist dann häufig eine Brille", so die Expertin. Doch nicht bei allen Kindern, die eine Brille benötigen, würden sich danach die Probleme beim Lesen und Schreiben bessern. Die Sehstörung ist in diesen Fällen nicht Ursache der Lese-Rechtschreib-Schwäche, sondern tritt parallel zu ihr auf.

Die Ursache der echten Legasthenie ist zwar noch nicht endgültig geklärt, eine Augenerkrankung ist sie nach Einschätzung von Trauzettel-Klosinski jedoch nicht. Die Expertin warnt ausdrücklich vor einigen Therapien, die auf nicht bewiesenen Hypothesen beruhen und dem Kind schaden können.
Dazu gehört die Annahme, die Legasthenie sei Folge einer sogenannten Winkelfehlsichtigkeit, bei der die Bilder in beiden Augen auf leicht versetzte Orte der Netzhaut projiziert werden. Vertreter dieser wissenschaftlich nicht fundierten Theorie empfehlen die Verordnung von Prismengläsern.
"Leider ist diese Behandlung nicht nur unwirksam im Hinblick auf die Lese-Rechtschreib-Schwäche", erläutert Trauzettel-Klosinski. "Sie kann bei einigen Kindern auch zum Schielen führen und eine Operation notwendig machen."

Eine weitere unbewiesene Theorie führt die Legasthenie auf eine Störung der willentlichen Blicksteuerung zurück. Vertreter dieses Erklärungsansatzes empfehlen ein Training schneller Augenbewegungen - und zwar entgegen der spontanen Blickrichtung.
"Dieses Training verbessert zwar die Blickbewegungen, nicht jedoch die Lesefähigkeit", so Trauzettel-Klosinski.

Ohne wissenschaftliche Grundlage ist auch der Versuch, die Lese-Rechtschreib-Schwäche durch Brillen mit getönten Spezialgläsern zu behandeln:
Eine positive Wirkung dieser sogenannten Irlen-Filter ist durch Studien nicht belegt.

Die Expertin vermutet die Ursache der Legasthenie vor allem in einer Störung der sprachlichen und möglicherweise gelegentlich zusätzlich der visuellen Informationsverarbeitung im Gehirn. Augenärztliche Therapien könnten sie deshalb nicht lindern. Eine Brille könne aber bei einer vorhandenen Fehlsichtigkeit die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie schaffen.

Quelle:
Aus einer Mitteilung des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes

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Aktuelles 29.09.2011: Der Grüne Star (Glaukom) bedroht das Sehen

Krankheitsbild, Erkenntnisse, Vorsorge, Behandlung, Probleme mit den Krankenkassen

Der Grüne Star (Glaukom) bedroht das Sehen, weil der Sehnerv abstirbt. Er kann, wird er früh erkannt, gut behandelt werden. Doch das Tückische ist: Er verläuft lange ohne Symptome; man merkt also nichts davon, bis es für Hilfe zu spät ist.

Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) informiert:

Beim Glaukom sterben nach und nach die Zellen des Sehnervs ab. Die Ursachen sind vielfältig, oft spielt ein zu hoher Augeninnendruck eine wichtige Rolle. Der Patient hat - von wenigen Ausnahmefällen abgesehen - keine Schmerzen und kann die vom Glaukom verursachten Ausfälle im Gesichtsfeld erst dann erkennen, wenn schon ein großer Teil des Sehnervs unwiederbringlich zerstört ist.
Eine Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt ist die einzige Möglichkeit, die Krankheit schon in einem frühen Stadium aufzuspüren und dann erfolgreich zu behandeln.

Unnötige Erblindungen verhindern

Weltweit ist das Glaukom die zweithäufigste Erblindungsursache; in Deutschland ist es der zweithäufigste Grund für den Bezug von Blindengeld.
Um unnötige Erblindungen zu verhindern, raten Augenärzte ihren Patienten zur Früherkennung. Nicht nur der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA), auch andere Organisationen wie der Initiativkreis zur Glaukomfrüherkennung e.V. informieren seit Jahren über die Chancen moderner Diagnostik und Therapie.

Streit über belegbaren Nutzen

Die gesetzliche Krankenversicherung trägt die Kosten für die Früherkennung jedoch bisher nicht, deshalb dürfen Augenärzte diese Leistung nur als "Individuelle Gesundheitsleistung" (IGeL) anbieten.

Der Nutzen des von Augenärzten empfohlenen Glaukom-Screenings wird von Leuten infrage gestellt, die keine augenärztliche Erfahrung haben, also auch keine Erfahrung mit dem Leid der Betroffenen, deren Erblindung bei rechtzeitiger Behandlung hätte verhindert werden können.
Dagegen steht die Erfahrung der Augenärzte weltweit, dass die Glaukom-Früherkennungsuntersuchung den meisten Betroffenen das Augenlicht retten kann. Prof. Bertram, BVA-Vorsitzender, verweist auf eine Stellungnahme der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, die ein Glaukom-Screening klar befürwortet (www.dog.org/wp-content/uploads/2009/08/DOG_Stellungnahme_Glaukomscreening.pdf).

Wem empfehlen Augenärzte eine Glaukom-Früherkennung?

Was gehört zur Glaukom-Früherkennung?

Wie wird das Glaukom behandelt?

In den meisten Fällen genügt die Behandlung mit Augentropfen, die den Augeninnendruck senken und so den Sehnerv entlasten. Reicht diese Therapie nicht aus, um das Fortschreiten des Glaukoms zu stoppen, besteht die Möglichkeit einer Laserbehandlung oder einer Operation.

Quelle:
BVA (Aus einer Mitteilung des Bayerischen Blinden und Sehbehinderten-Bundes)

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